Berufswahlvorbereitung

Die Weiterentwicklung unserer Schule in den letzten Jahren hat dazu geführt, dass diese drei Säulen sich immer enger miteinander verzahnten.

Viele Projekte aus den Bereichen der Berufswahlvorbereitung laufen schon seit Jahren an der GHS Heinrich Lersch. Sie stellten schon in 2000 eine der tragenden Säulen unseres „Hauses des Lernens“dar. 2004/2005 begannen wir, eine Bestandsaufnahme durchzuführen, alle Projekte zu ordnen und in ein festes für alle Klassen der Schule verbindliches Schema zu formen, wobei sich Bereiche, die sich in den letzten fünf Jahren als erfolgreich erwiesen haben, ausgebaut und intensiviert wurden; dies betrifft unter anderem die Durchführung von zwei Betriebspraktika in den Jahrgangsstufen 9 und 10 und die Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnern.

Als eine besondere Hilfe erweist sich unsere Teilnahme an einem Projekt in enger Zusammenarbeit mit der IHK Mönchengladbach: „ABBEO“ (Verbesserung der Ausbildungsreife und Berufswahlvorbereitung/ siehe Anlage „Zielvereinbarung“).

Im Mai 2005 wurde eine „Ist-Analayse“ (siehe Anlagen „Auswertungen der Ist-Analyse“) unserer Schule in Form von Fragebögen mit 65 Einzelfragen in den folgenden Feldern durchgeführt:

 

  1. Welche allgemeinen Informationsveranstaltungen zur Berufswahlvorbereitung/ -orientierung bietet Ihre Schule den Schülern an?
  2. Welche Maßnahmen/Projekte bietet die Schule im Hinblick auf ökonomische Themen?
  3. Wie werden persönliche, soziale und fachliche Kompetenzen der Schüler gefördert und dokumentiert?
  4. Das Bewerbungstraining an der Schule wird angeboten von:
  5. Wie werden Schülerbetriebspraktika für die Schüler organisiert und durchgeführt?
  6. Wie unterstützt die Schule die Schüler bei der Suche nach Praktikums-/ Ausbildungsstellen?
  7. Wie erwerben Lehrer Zusatzqualifikationen für die Bearbeitung ökonomischer Themenbreiche?

 

Alle sich neu ergebenden Projekte wurden nun den entsprechenden Jahrgangsstufen 8, 9 und 10 zu den schon praktizierten zugeordnet, auch eine mögliche Behandlung im planmäßigen Unterricht nach Fächern geordnet festgelegt.

 

Berufswahlvorbereitung in den Jahrgangsstufen 8, 9 und 10

Jahrgang 8

Jahrgang 9

Jahrgang 10

D:literarische Texte zum Thema „Arbeit„

M: Arbeitswelt bezogene Sachaufgaben

GP: Historie der Arbeit

EK: Arbeit in anderen Ländern

AH: Ernährung/Gesundheit/Leistung

SP: Arbeit und Fitness

Erste Kontakte mit dem BIZ

Besuch bei Beruf-Konkret

Potential Entdeckungsreise POESI

Einstieg in den Berufswahlpass

Einstieg Schülerfirma „KIOSK“

Eintägiges Schnupperpraktikum

Teilnahme an „GIRLS DAY“

Vertiefte Berufsorientierung  der IHK

AZUBI-Tage Essen

Betriebserkundungen

Berufsparcours

Fortführung der Themen aus 8

AW: Geld, Märkte, Arbeit,Soziale Marktwirtschaft, Sozialversicherung, Aufgaben des Staates

Berufsvorbereitung „mach’s richtig“

Vorbereitung des Betriebspraktikums:

- BIZ-Besuch

- Auswahl des Betriebes

- Vertrag Schule-Eltern-Betrieb

- Erarbeitung des Praktikums-

berichts

 

3-wöchiges Betriebspraktikum

 

Projekte: Internetrecherche

Schuldenprävention

Bewerbungstraining

Betriebserkundung

 

Berufsorientierungswoche

 

AZUBI-Tage Essen

 

Beratung durch die Agentur für Arbeit

AT: projektorientiertes Arbeiten

D: die Bewerbung

M: Training für Einstellungstests

Berufsanfängerseminar

Individuelle Beratung „Agentur für Arbeit“

Kompetenz-Check (KreiHa)

2. 3-wöchiges Betriebspraktikum

AZUBI-Tage Essen

Bewerbungstraining durch außer-schulische Partner

Hospitationstage an Berufs-/ Fachschulen

Internet-/Zeitungsrecherche

Lehrstellensuche

Einbindung des Jugendförderungs-werkes und der Werkeinrichtungen

Langzeitpraktikum (1 Tag/Woche)

Evaluation:

Am Ende eines jeden Schuljahres, bzw. nach Durchlaufen des 3-jährigen ABBEO-Projekts kann eine sichere und aussagekräftige Evaluation auf zwei Wegen durchgeführt werden:

1. Weg: Teilziele und Qualifikationen

Ende des 8. Schuljahres (erste Orientierung)

  • Fähigkeit, selbst kleinere Erkundungen im Arbeitsleben durchführen und dokumentieren können.
  • Die Schülerinnen und Schüler kennen ihr individuelles Kompetenzprofil (Stärken-/ Schwächenanalyse).
  • Grundinformationen über wesentliche Berufsfelder und die Voraussetzungen für eine Ausbildung in ihnen sind den Jugendlichen bekannt.
  • Entwicklung von ersten eigenen Vorstellungen über einen Wunschberuf als Basis für die folgenden Schritte (in Zusammenarbeit mit Eltern und Berufsberatung der Agentur für Arbeit).

Ende des 9. Schuljahres (Festlegung des eigenen Berufsweges)

 

  • Das eigene Berufsziel muss in einem gezielten Praktikum erprobt sein.
  • Regional vorhandene betriebliche Ausbildungsmöglichkeiten müssen erkundet und auf Realisierung überprüft sein.
  • Bewerbungstraining muss erfolgreich abgeschlossen sein. Jugendliche erwerben die Fähigkeit Bewerbungsunterlagen fehlerfreierstellen, Einstellungstests erfolgreich durchlaufen und Vorstellungsgespräche bestehen zu können.

 

Ende des 10. Schuljahres (Praktische Erprobung des eigenen Berufsweges)

 

  • Die individuelle Eignung für den angestrebten Beruf ist mehrfach zu erproben, die Erfolge von einem oder besser mehreren Praktikumsbetrieben zu bescheinigen.
  • Ein Bewerbungsverfahren ist erfolgreich abgeschlossen und die Zusage des aufnehmenden Betriebs liegt vor. Für den Fall, dass das Bewerbungsverfahren nicht erfolgreich verläuft, ist eine alternative Planung für den weiteren Bildungsweg entwickelt worden.

 

2. Weg:

Nach Ablauf des dritten Projektjahres am Ende der Klasse 10 werden alle Punkte der „Ist-Analyse“ von drei Jahren zuvor mit einer „Jetzt-Analyse“ verglichen.So können aufgetretene Veränderungen präzise gemessen bewertet werden. Nach ausführlicher Prüfung werden sich Bestätigungen, Korrekturen, weitere Verbesserungen oder Änderungen von Maßnahmen oder Schwerpunkten ergeben.

Als eine der ersten Schulen in Mönchengladbach hat die GHS Heinrich Lersch damit begonnen, Lehrerinnen und Lehrer in ein Betriebspraktikum zu schicken.

Diese können ihre Schülerinnen und Schüler in den Betrieben, Werkstätten und Geschäften vor dem Hintergrund der eigenen Erfahrungen optimal beraten (siehe Zeitungsbericht).

Unser Beratungslehrer unterstützt die Arbeit der Klassen- und Fachlehrer im Bereich der Berufswahlvorbereitung in den folgenden Bereichen:

 

  • Hilfe bei der Suche nach geeigneten Praktikumsstellen
  • Beratung zu Betriebserkundungen
  • Vermittlung von Referenten für Klassen und Elternabende
  • individuelle Gespräche mit unentschlossenen SchülerInnen
  • Erklärung zu schulischen Laufbahnmöglichkeiten
  • Hilfe bei der Erstellung von Bewerbungsunterlagen
  • Beratung vor Einstellungstests

 

Diese Angebote richten sich auch an die Eltern von Schülern. Der Beratungslehrer richtet eine feste Sprechstunde pro Woche ein.

Spezielle Förderung von Frühabgängern

Unsere Frühabgängerförderung zielt auf Schülerinnen und Schüler ab, die auf Grund erheblicher Leistungsdefizite an einer Regelschule keinen Abschluss erreichen können. Die an der Fördermaßnahme Teilnehmenden sind in der Regel lernbeeinträchtigt, sozial benachteiligt und/oder der deutschen Sprache nur unzureichend mächtig. Das langfristige Ziel unserer Förderung ist letztendlich ihre Integration in die Arbeitswelt. Dazu wollen wir Schlüsselqualifikationen wie Pünktlichkeit, Ordnung, Zuverlässigkeit, Höflichkeit usw. vermitteln ohne die ein Einstieg ins Berufsleben undenkbar ist. Wir wollen die Schülerinnen und Schüler zum Lernen motivieren, indem wir ihnen eigenverantwortliche und eigenständige Wege aus der Perspektivlosigkeit zu erreichbaren Zielen aufzeigen. In enger Zusammenarbeit mit der hiesigen Kreishandwerkerschaft führen wir im Rahmen des Förderlehrgangs Betriebspraktika schon vor der Klasse 9 durch, die den Schülerinnen einen Einblick ins Berufsleben ermöglichen sollen. Besuche im BIZ und die Unterstützung von Berufsberatern helfen mit, geeignete Wege und Ziele zu finden.

Nach diesen unterrichtsbegleitenden Maßnahmen haben die Schüler die Möglichkeit, ihr 10. Pflichtschuljahr in einer berufsbezogenen Schulersatzmaßnahme der Kreishandwerkerschaft zu absolvieren.

In dieser Frühabgängerförderung setzt die Schule ein zweiköpfiges Lehrerteam (je nach Lehrerversorgung) vier bis acht Lehrerstunden pro Woche ein.

SIEGEL – Verleihung 2005

Die oben beschriebene intensive Auseinandersetzung mit dem Thema „Berufswahlvorbereitung“ ermöglichte es der Schule 2005 an dem SIEGEL-Wettbewerb teilzunehmen. Eine Jury bestehend aus Fachleuten schulischer und außerschulischer Institutionen entscheidet auf Grund von dargebotenem Unterricht, Projektbeschreibungen und Präsentationen über die Zuerkennung.

Unsere Schule erhielt für Ihre Leistungen auf diesem Gebiet nicht nur das „Berufswahl-SIEGEL Schule mit vorbildlicher Berufsorientierung“ sondern auch den Sonderpreis der Jury für außergewöhnliche Leistungen in der Berufsvorbereitung.

Die SIEGEL-Verleihung fand im Rahmen eines Festaktes am 26.01.2006 im Rathaus Abtei statt.

SIEGEL-Rezertifizierung 2009

Für weitere drei Jahre bekam unsere Schule das SIEGEL verliehen.

 

(2 Anlagen)

Zusätzliche Informationen