Ziel der Inklusion an der GHS Neuwerk ist, durch begleitende und gezielte, auch sonderpädagogisch gesteuerte Beratung, Förderung, Begleitung und Intervention jedes Kind dabei zu unterstützen, seine individuellen Möglichkeiten zu entdecken und sie auch individuell auszuschöpfen.
Eine Initiative der UN
Die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung wurde Ende 2006 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen (UN) verabschiedet. Sie setzt sich dafür ein, dass die Benachteiligung von Menschen mit Behinderung aufhört und diese als vollwertige Bürger der Gesellschaft anerkannt werden.
Die UN-Konvention fordert Inklusion, also die gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen am gesellschaftlichen Leben. Inklusion ist somit ein Menschenrecht. Deutschland und derzeit 170 weitere Länder bekennen sich zur UN-Konvention und haben sich mit ihrer Unterzeichnung dazu verpflichtet, sie umzusetzen und einvernehmlich einzuhalten.
Perspektivwandel für den schulischen Bereich
Für den schulischen Bereich ist mit der Behindertenrechtskonvention der Begriff der Inklusion installiert worden. Dieser Begriff soll ein Umdenken im Umgang mit behinderten und nichtbehinderten Menschen bewirken: von der bisher mehr oder weniger praktizierten Integration hin zur Inklusion.
Integration bedeutet, behinderte Menschen in vorhandene Strukturen einzupassen; Inklusion meint dagegen umgekehrt die Anpassung der Bildungsinstitutionen an die Bedürfnisse behinderter Menschen. Mit der neuen Begrifflichkeit soll sich also ein Perspektivwandel vollziehen.
Nach dem Grundsatz: „,So viel gemeinsam wie möglich, so viel getrennt wie nötig“ erfordert die inklusive Pädagogik eine Veränderung in der Unterrichtspraxis, von der nicht nur die Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf, sondern alle Schülerinnen und Schüler der GHS Heinrich Lersch profitieren. Inklusion bedeutet nämlich: Jedem Kind werden ungeachtet seiner sozialen, kulturellen und sprachlichen Herkunft und ungeachtet der Unterschiede, die aus unterschiedlichen Geschlechterrollen, Religionen und auch persönlichen Eigenschaften resultieren, eine optimale Kompetenzentwicklung und die gleichen Chancen auf Bildung und gesellschaftliche Teilhabe geboten.
Herausforderungen für Pädagoginnen und Pädagogen
Unter dem Gesichtspunkt der unterschiedlichen Schulabschlüsse, die die Schülerinnen und Schüler an unserer Schule anstreben können, und der Idee, dass alle Schülerinnen und Schüler gleichzeitig ihren Möglichkeiten entsprechend am selben Unterrichtsthema arbeiten, spielt sowohl die äußere als auch innere Differenzierung im Grundsatz der Unterrichtspraxis eine tragende Rolle und stellt die Pädagoginnen und Pädagogen im Kontext des inklusiven Unterrichts vor neue Herausforderungen. Diese nehmen wir an der GHS Heinrich Lersch an.
An der GHS Heinrich Lersch unterrichten Lehrkräfte der allg. Schule, begleitet von Sonderpädagoginnen / Sonderpädagogen und Schulsozialpädagoginnen / Schulsozialpädagogen und Referendarinnen und Referandaren.
Die personelle Ressource soll für eine möglichst häufige Doppelbesetzung vor allem in den inklusiven Klassen genutzt werden. Möglichst wenige Lehrerinnen und Lehrer unterrichten vor allem in den Klassen des Gemeinsamen Lernens mit möglichst vielen Unterrichtsstunden eine möglichst kleine Gruppe von Schülerinnen und Schülern. Damit soll sichergestellt werden, dass die Anzahl der Lehrerinnen und Lehrer und somit der Ansprechpartner für alle Schülerinnen und Schüler überschaubar bleibt und Vertrauen und Verlässlichkeit in der Lehrer-Schüler-Beziehung aufgebaut werden können. Die jeweiligen Klassenteams (bestehend aus Klassenleitung / Fachlehrer/ sonderpädagogische Fachkraft / ggf. Integrationshelfer) entscheiden selbstständig, welche Differenzierung unter welchen Voraussetzungen in dem jeweiligen Fach sinnvoll und möglich erscheint und setzten sie gemeinsam um.
Flüchtlingskinder an der GHS Heinrich Lersch
An der GHS Heinrich Lersch lernen aber auch Flüchtlingskinder. Sie sind zwischen 10 und 17 Jahre alt, kommen aus Syrien, Afghanistan, Afrika oder Osteuropa und sprechen kein oder kaum Deutsch. Auch sie werden im Sinne des Inklusionsgedankens in die Klassen integriert, gefördert und erhalten zusätzlichen Deutschunterricht, um möglichst schnell am Schulleben wie auch am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können.
